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| | Letzte Woche habe ich euch nach Winterthurer Wörtern gefragt. Es kam eine Menge zurück: «Winde», «Zinnä», «Gfätti», «Binätsch», «Pünt», «Buggele» oder «Elggermaa». Mit Christoph Landolt, einem Mundartspezialisten, bin ich euren Einsendungen und einem möglichen Winterthurer Dialekt auf die Spur gegangen. |
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| Christoph Landolt beschäftigt sich seit 30 Jahren mit Schweizer Dialekten. (Bild: Gioia Jöhri) |
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| Was ich schon geahnt hatte und einige enttäuschen wird: Es gibt keinen Winterthurer Dialekt. Das bestätigt mir Christoph Landolt, er ist Chefredaktor beim Schweizerischen Idiotikon, dem Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache. Der Stadtzürcher beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit den verschiedenen Dialekten in der Schweiz. «Der Kanton Zürich ist sprachlich gesehen ein relativ einheitlicher Raum. Es gibt vom Weinland abgesehen kaum grosse Sprachgrenzen, die durch den Kanton gehen», sagt er. Trotzdem gibt es in Winterthur einige Besonderheiten, die wir uns genauer angeschaut haben. |
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«Wer nid seit isch gschiid, wer nöd seit isch blöd» |
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| Seien wir doch ehrlich: Es geht uns in der Dialektfrage vor allem darum, uns von den Stadtzürcher:innen abzugrenzen. Tatsächlich sagt man in Winterthur traditionellerweise «Nid» statt «Nöd», wie sonst an vielen Orten im Kanton Zürich. Klar ist aber auch, dass «Nid» nicht nur in Winterthur, sondern auch in angrenzenden östlichen Gebieten wie dem Thurgau vorkommt. Im Gegensatz zur Stadt Zürich schliesse sich Winterthur in Sprachfragen zum Teil an den Osten an, sagt Christoph Landolt. Viel von euch eingesendet wurden die Wörter «Pünt» und «Buggele». Wer «Pünt» für «Schrebergarten» sagt, der oder die kommt mit grosser Wahrscheinlichkeit aus Winterthur. «‹Pünt› als Wort für den ‹Pflanzgarten bei einem Bauernhof› kommt zwar an vielen Orten vor, aber die Verwendung für Schrebergarten kennen wir nur aus Winterthur», erklärt Landolt. |
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| Winterthur ist violett für «niid», Zürich ist orange für «nöd». (Karte: Kleiner Sprachatlas der Schweiz) |
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| «Buggele» für Löwenzahn ist ein weiteres der wenigen Wörter, die so direkt auf Winterthur weisen. Im «Kleinen Sprachatlas der deutschen Schweiz» kommt «Buggele» nur in Winterthur und angrenzenden Gemeinden vor. Hier stellt sich aber die Generationenfrage. Sagen junge Menschen noch «Buggele» zu Löwenzahn? Christoph Landolt antwortet darauf so: «Heute verschwimmen Sprachgrenzen immer mehr, da die Mobilität zunimmt. Junge Leute kennen Wörter wie ‹Zinnä›, ‹Winde› oder ‹Binätsch› vielleicht noch, aber im Alltag sind sie nur noch selten zu hören.» «Zinnä» für Dachterasse, «Winde» für Dachboden oder «Binätsch» für Spinat sind übrigens typisch Zürichdeutsche Wörter, die nicht nur in Winti vorkommen. |
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| Für Löwenzahn gibt es in der Schweiz die verschiedensten Bezeichnungen. (Karte: Kleiner Sprachatlas der Schweiz) |
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| | «Wir sind heute im Sprechen meist näher an der Schriftsprache, wenn wir zum Beispiel ‹Apothek› statt ‹Apiteegg› oder ‹Telefon› statt ‹Telifon› sagen.» Christoph Landolt, Chefredakteur beim Schweizerischen Idiotikon |
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| | Ein Generationenunterschied zeigt sich auch in der generellen Aussprache: «Wir sind heute im Sprechen meist näher an der Schriftsprache, wenn wir zum Beispiel ‹Apothek› statt ‹Apiteegg› oder ‹Telefon› statt ‹Telifon› sagen», so Landolf. Auch das also keine Winterthurer Spezialität, sondern eine Frage des Alters der Sprechenden. Von der Generationenfrage dürfte ein weiteres Winterthurer Wort betroffen sein: «Elggermaa» für «Grittibänz». Zweimal wurde es von euch eingeschickt. Das bedeutet zwar, dass das Wort noch geläufig ist, aber ob es im Alltag noch gebraucht wird, ist nicht so einfach festzustellen. Und warum überhaupt «Elggermaa»? «Es weist natürlich auf das Städtchen Elgg hin, vielleicht weil Händler von dort das Gebäck nach Winterthur gebracht haben. Sicher sein können wir uns hier nicht», meint Mundartexperte Landolt. Sicher sein können wir uns aber, dass wer vom «Elggermaa» spricht, mit grosser Wahrscheinlichkeit aus Winterthur kommt. |
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| Weltpremiere von Sofia Nappi / Komoco Nach ihrem umjubelten letztjährigen Gastspiel erarbeitet die preisgekrönte Choreografin Sofia Nappi nun ihre neue Kreation «CHORA – the void as origin» in Winterthur. Mit ihrer Compagnie Komoco erkundet sie darin die befruchtende Wirkung von Stille und Leere auf das künstlerische Schaffen. Die Uraufführung der internationalen Koproduktion findet am 17. Februar im Theater Winterthur statt. Zusätzlich zeigt Komoco am 21./22. Februar ihr Erfolgsstück «PUPO». Für alle unter 30 gilt: Ticket und Drink zum halben Preis! |
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| Die Maschine ist schon angeschlossen. Im Februar eröffnet Yola Glatzel das Café «Kurma». (Bild: Tizian Schöni) |
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| Neues Café an der Paulstrasse: Auf den ersten Blick ist das Ladengeschäft an der Hausnummer 5 ein Jeansladen. Doch bereits im vergangenen Jahr war dort zwischenzeitlich auch Kaffee zu bekommen, erst aus einem Fenster heraus «to go», später von einem Foodtruck. Nun richtet dessen Betreiberin Yola Glatzel in einem Teil des «Jeanslife» selbst ein Café ein. Das «Kurma» soll noch im Februar eröffnen, anfangs mit 20 Plätzen im Innern, im Sommer dann auch mit einer kleinen Aussenbestuhlung.
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| Zusätzliche 1,8 Millionen für Sanierung Kanalabschnitt im Papiermühle-Quartier: Im laufenden Sanierungs-Projekt der aus dem Jahre 1938 stammenden Abwasserkanäle habe man festgestellt, dass das Projekt Papiermühleweg um einen weiteren Kanalabschnitt erweitert werden muss, heisst es im Stadtratsbeschluss. Zu den bereits 5,4 Millionen Franken kommen deshalb neu 1,8 Millionen dazu. Die Bauarbeiten starten noch im ersten Quartal 2026 und werden im «grabenlosen Microtunneling-Verfahren» durchgeführt, was zu deutlich weniger Emissionen für Anwohnende führen soll.
Theater Winterthur schaut trotz Schwierigkeiten positiv zurück: Trotz Sanierung des Theatergebäudes und dem damit verbundenen Ortswechsel an die Liebestrasse ist die Theater Winterthur AG zufrieden mit dem letztjährigen Spielbetrieb. 181 Veranstaltungen lockten 33’731 Menschen an, heisst es im Jahresbericht zur Generalversammlung. Der Betriebsertrag belief sich auf 7,4 Millionen Franken, rund eine Million tiefer als im Vorjahr. Dies ist auf weniger Einnahmen aus Ticketverkauf, Gastronomie und Vermietungen zurückzuführen, da man 15 Monate nicht im eigenen Theatergebäude residierte.
S26 konnte wegen Überlastung nicht weiterfahren: Am Dienstagmorgen ging es für Reisende in einem Thurbo-Zug am Bahnhof Grüze nicht mehr weiter. Da der Zug verkürzt geführt werden musste, war der Zug überlastet und zu schwer. Der Lokführer informierte, dass der Zug erst weiterfahren könne, wenn circa 100 Personen aussteigen würden, wie der Landbote schreibt.
Neuer Escape Room im Geheimgang 188: 75 Minuten Rätselspass verspricht der Escape Room «Das Erinnerungsarchiv», der diesen Freitag eröffnet. Nach einer intensiven Testphase sei man endlich so weit, schreiben die beiden Co-Geschäftsleiter Cédric Wyss und Miro Hintermüller: «Wir arbeiten über zwei Jahre im stillen Kämmerlein an unseren Spielen. Wenn dann die ersten Testgruppen den Escape Room erleben, sehen wir die ganze Freude, Aufregung und das Adrenalin, das sie spüren.» Die Arbeit zahle sich bereits jetzt aus: 55 Prozent der Buchungen für Februar entfallen bereits auf «Das Erinnerungsarchiv».
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Chöpfi, Schützi, Wolfi, Geisi oder Holidi: Was sollen all die Abkürzungen mit I? Die meisten Einsendungen von euch habe ich zu Ortsabkürzungen bekommen. Natürlich habe ich Mundartexperte Christoph Landolf gefragt, ob das nur in Winterthur so gemacht wird. Da müsse er enttäuschen, war die Antwort. «Auch an anderen Orten ist die Lust gross, mit I abzukürzen, zum Beispiel «Wädi» für Wädenswil, «Üezgi» für Üetliberg oder «Becki» für Bäckeranlage», erklärt Landolf. Und leider gilt nicht einmal das «Schwümbi» als Winterthurer Original: «‹Schwümbi› statt ‹Badi› gibt es verbreitet in der Deutschschweiz. Das ist nicht nur in Winterthur so. Klar ist, dass ‹Schwümbi› als Ableitung von Schwimmbad jünger ist als das Wort ‹Badi›», so Landolf. |
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| Holidi geniesst auf dem Friedhof Rosenberg seinen Lebensabend. (Bild: Sammlung Winterthur) |
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| | «Elggermaa», «Buggele», «Pünt» und «nid» statt «nöd». Wer so spricht, ist aus Winterthur. Ich nehme mir nun vor, dem Löwenzahn auch wirklich immer «Buggele» zu sagen. Damit diese seltenen Winterthurer Dialekt-Wörter noch lange bestehen. Bis bald und heb’s guet, Gioia |
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