Neue Bibliothek in alter Scheune
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#174 | 8.1.2026 | Online lesen | Unterstützen

WNTI Wintibrief

Kiino Schoch

Guten Morgen Leseratten

Oberwinterthur bekommt eine neue Quartierbibliothek. Sie wird grösser als die bestehende und barrierefrei.

Schon die Baustelle ist eine kleine Sensation: Die Bibliothek entsteht auf Mauern aus der Römerzeit und mitten in einer denkmalgeschützten Scheune, als «Haus im Haus».

Die Gebäude in den 1990er-Jahren – bis zum Baubeginn haben sie sich nicht gross verändert. (Bild: bildarchiv.winterthur.ch)

Das ehemalige Doppelbauernhaus an der Hohlandstrasse mit angebauter Scheune gehört der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) und wird von der Terresta AG verwaltet. In die Scheune und in das Haus Nummer 4 kommt die Bibliothek. Das Wohnhaus an der Nummer 6 wird vier Wohnungen und einen Gruppenraum der Bibliothek beherbergen.

Die Stadt suchte nach einer neuen Quartierbibliothek und Terresta nach einer Nutzung der Scheune. So fanden sich die beiden Parteien früh im Planungsprozess. «Wir konnten von Anfang an mitbestimmen, wie die neue Bibliothek aufgebaut werden soll», so Franziska Baetcke, Leiterin der Winterthurer Bibliotheken. «Es ist eine Win-win-Situation», sagt David Rutz, Leiter Bau von Terresta.

Für den bevölkerungsmässig grössten Stadtteil sei die Bibliothek an der Römerstrasse mit ihren 242 Quadratmetern zu klein. Ausserdem sei sie nicht barrierefrei, so der Stadtrat 2022 in seinem Antrag für den Kredit. Das Stadtparlament bewilligte damals einen jährlich wiederkehrenden Zusatzkredit von 127’000 Franken für die höhere Miete, sowie den Kredit für die Einrichtung von 300’000 Franken. Die Kosten des Umbaus werden von der SKKG getragen. Dieser startete im Herbst und wird voraussichtlich bis Frühling 2027 dauern.

Das helle Holz ist neu, das dunkle sind bestehende Elemente. (Bild: OBV Architekten)

Die neue Bibliothek soll laut aktuellen Plänen 507 Quadratmeter gross werden und ist nur 150 Meter von der alten entfernt. Es werde mehr Platz für gemeinschaftliche Aktivitäten geben, wie für Vereine und Schulklassen aus dem Quartier, so Baetcke. «Es war immer klar, dass es eine offene Bibliothek werden soll, die die Bedürfnisse des Quartiers ins Zentrum stellt.» Baetcke stellt sich vor, dass es Räume gibt für Begegnung, aber auch ruhigere Räume für konzentriertes Arbeiten.

Diese Wand «schwebt» zurzeit und wird im zukünftigen Eingangsbereich sichtbar sein. (Bild: Kiino Schoch)

Momentan stehen die Gebäude auf Stelzen. Das Haus sei «direkt auf dem Dreck» gebaut worden, deswegen müsse nun ein Fundament darunter gegossen werden, so Rutz. Eine Holzkonstruktion in der Scheune ermögliche, als «Haus im Haus», den Einbau von Geschossen, Lift und Treppen. Der offene Raum werde beibehalten und überall wo möglich werde die Originalstruktur des Gebäudes sichtbar gelassen. Die Räume werden mit «spielerischen Wegnetzen» verbunden sein, schreibt das Architekturbüro auf der Webseite.

Neben dem Eingangsbereich soll es ein Zimmer geben, so Baetcke, in dem die römische Mauer freigelegt ist und einen «Blick in die spätantike Vergangenheit» ermöglicht. Die neuere Geschichte des Hauses werde überall sichtbar sein, durch die tiefen Decken, die Holzbalken und die verschiedenen Ebenen.

Die römische Mauer kam bei den Ausgrabungen zum Vorschein und soll in einem Zimmer weiterhin sichtbar bleiben. (Bild: Kiino Schoch)

Während und vor den Bauarbeiten führte die Kantonsarchäologie Zürich Ausgrabungen durch. Sie konnte bestätigen, dass Teile des Bauernhauses von 1513 stammen. In der ehemaligen Küche entdeckten sie die 3,5 Meter dicke römische Befestigungsmauer. Diese war beim Hausbau abgetragen und als Küchenboden verwendet worden. Richtung Kirche Sankt Arbogast entdeckten die Archäolog:innen einen mittelalterlichen Mörtel-Mischplatz, der möglicherweise für den Bau der Mauer verwendet worden war, sowie auch Gräber. Aus der Zeit vor der Mauer konnten sie Teile von römischen Gebäuden und Strassen nachweisen.

Rubrik: Was lauft?
  • Ein Drittel der Gefahrenstellen behoben: Die Stadt wollte bis 2026 400 Schwachstellen im Velo- und Fussgängerverkehr beheben, berichtete der «Landbote» gestern. Geschafft hat sie bisher ein Drittel. Etwa die Hälfte der noch bestehenden Schwachstellen befänden sich aber in einer Planungs- oder Projektierungsphase. Ohne laufendes Projekt werde eine Schwachstelle nicht bearbeitet, wie das Baudepartement im Beitrag sagte. Etwa 80 Mängel bleiben so pendent.


  • Robi öffnet das Dimensione wieder: Ab diesem Samstag lebt die Beiz an der Neustadtgasse wieder auf. Robiul (Robi) Alam zügelt mit seinem Café vom Oberen Graben in die Liegenschaft und wird künftig dort seine bangladeschischen Spezialitäten anbieten. Im April 2025 war bekannt geworden, dass die bisherige Betreiberin Pamela de Simone ihr Bistro und das zugehörige Arbeitsintegrationsprojekt schliesst, seit Sommer wurde das Lokal vereinzelt als Pop-Up betrieben. Vom ursprünglichen Dimensione erhalten bleiben der Name, die Kulturveranstaltungen «und das beliebte Jassturnier», sagt Robi Alam auf Anfrage. (tz)


  • Bilanz der Rätselräume: Der Escape-Room Geheimgang 188 verzeichnete letztes Jahr 11’993 Besuchende. Das ist ein leichter Rückgang gegenüber 2024. Ein neu eröffnetes Spiel soll das im kommenden Jahr aber wettmachen, schreibt Co-Geschäftsleiter Miro Hintermüller. Auch die Betreiber des Escape Room 24 in Töss blicken «auf ein erfolgreiches Jahr» zurück. Zahlen gaben sie zwar nicht bekannt, sie erweiterten ihr Angebot im vergangenen Jahr aber um zwei auf insgesamt acht Spiele.

Rubrik: Winti weiss

Der «Weidenhof» oder die «schöne, befestigte Siedlung»

Der Name «Winterthur» kommt von der römischen Siedlung «Vitudurum» in Oberwinterthur. Dieser Name ist erstmals 280 n. Chr. nachgewiesen. André Perler, Dialektologe und Historiker, schreibt im Blog des Nationalmuseums, dass «Vitudurum» von keltisch «Uitoduro» komme. Eine keltische Siedlung sei in Winterthur jedoch nicht nachgewiesen. Die Bevölkerung damals bestand hauptsächlich aus romanisierten Kelt:innen. So seien auch keltische Ortsnamen latinisiert worden. Aus «Vitudurum» liesse sich «Uitoduro» rekonstruieren, zusammengesetzt aus «uito» für Weide oder als Personennamen und der keltischen Ortsnamensendung «-duron», die Tür oder Tor bedeutet. Winterthur bedeute also sowas wie Weidentor, Weidenhof oder Marktplatz des «Uito».

Eine Inschriftentafel der römischen Mauer steht im Rathausdurchgang, aus der hervorgeht, dass die «Mauer von Vitudurum» 294 n. Chr. errichtet wurde. (Bild: bildarchiv.winterthur.ch)

Daniel Paris, ein Hobby-Etymologe, stellte im 2015 «Landboten» … eine andere Theorie auf. Er schlug vor, dass der Ortsname nicht auf «uito» basiert, sondern «uindos», was «weiss», «schön» oder «heilig» bedeutet. Somit will er sich das «n» in Winterthur erklären. Die Stadt wäre demnach nach einer schönen oder heiligen, befestigten Siedlung benannt. Jedoch, so Martin Graf vom «Schweizerischen Idiotikon» gegenüber dem Landboten, sei vom Wortteil «uindos» in anderen Ortsnamen immer das «nd» erhalten geblieben, wie in Windisch von römisch «Vindonissa». 

Auch Perler hat eine Erklärung für das «n»: Der Wortteil «vitu» wurde nicht mehr verstanden und deswegen an das alemannische Wort «wintar» angepasst, später wurde «duro» an den Fluss Thur angelehnt. Um 856 gibt es Belege für «Wintarduro».

Die Kurzform «Winti» gebe es noch keine 100 Jahre und WNTI noch kein ganzes. ;)

Eine Quartierbibliothek in einer alten Scheune in einer Stadt, die früher sinngemäss Weidenhof oder schöne, befestigte Siedlung hiess. Das klingt ganz schön abstrakt, aber wenn man vor der Baustelle steht, spielt das keine Rolle. Hauptsache, du weisst, dass die Thur nicht durch «Winti» fliesst.

Bis zum nächsten Mal,

Kiino

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