Bunte Umzüge, grosse Baustellen
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#181 | 19.1.2026 | Online lesen | Unterstützen

WNTI Wintibrief

Marit Langschwager

Närrisch oder nicht?

Wenn du an Fasnacht denkst, woran denkst du zuerst? An Basel, an Luzern und an Guggenmusik? Winterthur kommt vielen dabei wohl nicht als Erstes in den Sinn. Und doch trägt die Stadt dieses Jahr einen Titel, der überrascht: «Närrische Europäische Kulturstadt 2026». Andreas Kappeler, Präsident der Fasnachts-Gesellschaft Winterthur (Fakowi), sieht hinter dem Titel die Chance, die Winterthurer Fasnacht sichtbarer zu machen.

Winterthur wurde zur «Närrischen Kulturhauptstadt Europas 2026» ernannt. (Bild: Fakowi)

Doch auch wenn der Titel nach Aufbruch klingt: Kappeler bleibt realistisch. «Nur weil wir jetzt europäisch dabei sind, werde ich sicher keine neuen Leute finden, die sagen: Jetzt machen wir auch mit.» Was er sich stattdessen erhofft, sei grundlegender: «dass wir von unserer eigenen Stadt ernster genommen werden.»

Dass die Fasnacht in Winterthur am Kränkeln sei, weist der 52-Jährige entschieden zurück. Im Gegenteil: Die Bewegung sei spürbar. «Immer mehr Fasnachtsvereine wollen unbedingt in Winterthur mitmachen», sagt er. In den vergangenen fünf Jahren sei die Szene stark gewachsen und werde zunehmend auch ausserhalb der Region wahrgenommen. Trotzdem: Ein Konkurrenzdenken gegenüber den grossen Fasnachtsstädten will er nicht. «Wir greifen Basel und Luzern sicher nicht an», betont er.

«Unser Brauchtum und unsere Kultur sollen weiterleben. Aber es ist ein Problem mit der Jugend: Da ist einfach zu wenig Interesse.»

Andreas Kappeler, Fakowi-Präsident

Hinter dem bunten Treiben stecken viel Arbeit und einige offene Baustellen. Besonders der Nachwuchs bereitet Sorgen. «Unser Brauchtum und unsere Kultur sollen weiterleben. Aber es ist ein Problem mit der Jugend: Da ist zu wenig Interesse», sagt er. Viele würden vor allem den Aufwand scheuen.

Auch die Finanzierung bleibt ein Dauerthema. «Wir finanzieren uns über Sponsoren und Plaketten. Ohne den Plakettenverkauf können wir keine Winterthurer Fasnacht mehr machen», erklärt Kappeler. Gleichzeitig merke man, dass die Unterstützung über den Plakettenverkauf nicht mehr besonders gefragt sei. Und je grösser der Anlass, desto mehr braucht es Menschen im Hintergrund. Sein Fazit ist klar: «Ohne Helfer sind wir chancenlos.»

Die Fakowi verkauft verschiedene Plaketten: Kupfer, Silber und Gold. Für viele Fasnächtler:innen haben sie Symbol- und Sammlerwert. (Bild: Fakowi)

Hinzu kommen organisatorische Fragen, wie etwa die Unterbringung der Fasnachtsgruppen. Kappeler habe bei der Stadt angefragt, ob Turnhallen oder Zivilschutzanlagen als Übernachtungsmöglichkeit genutzt werden könnten. Die Stadt lehnte dies ab. Stadträtin Martina Blum erklärt, ihr Departement habe bei solchen Anfragen bisher auf die Unterkunftsmöglichkeit beim Teuchelweiher verwiesen, da diese für Gruppenübernachtungen vorgesehen sei.

Weil die Anlage zuletzt vor allem für ukrainische Geflüchtete genutzt wurde, habe das Departement bei Grossanlässen Turnhallen zeitweise ausnahmsweise freigegeben. Die Erfahrungen seien jedoch häufig negativ gewesen, etwa wegen Verschmutzungen und Lärmproblemen. Deshalb stelle die Stadt Turnhallen für Übernachtungen heute nicht mehr zur Verfügung. Für Zivilschutzanlagen sei zudem das Departement Sicherheit und Umwelt zuständig.


Kappeler kritisiert den Entscheid: «Das macht in unseren Augen keinen Sinn. Nebenbei machen wir sehr viel für die Stadt und das wird nicht wertgeschätzt.» Für die Fakowi wird 2026 damit nicht nur ein Jahr der Aufmerksamkeit, sondern auch eines, in dem sich zeigt, ob der Aufschwung langfristig trägt. Und ob die Winterthurer Fasnacht künftig nicht nur an einem Wochenende im Kalender auftaucht.

Rubrik: Winti liebt (*bezahlte Partnerschaft)

Winterthur wählt, wir informieren

Am 8. März wählt Winterthur. Bei WNTI erfährst du alles, was du über die Wahlen wissen musst. Und das Highlight? Zusammen mit Radio Stadtfilter organisierten wir vier Veranstaltungen zu den Wahlen. Jeweils ab 19 Uhr in der Coalmine

▶ 5. Februar: Podium der Generationen 
▶ 12. Februar: Duell um das Stadtpräsidium
▶ 19. Februar: Rennen um den Stadtrat
▶ 26. Februar: Karussell der Kandidierenden  

Alle Infos und Links …

Rubrik: Was lauft?

Die Partie gegen St. Gallen musste abgesagt werden. (Bild: FCW)

  • Partie Winterthur gegen St. Gallen wegen Eis verschoben: Die Super-League-Partie zwischen dem FC Winterthur und dem FC St. Gallen vom Samstag auf der Schützenwiese ist verschoben worden. Grund ist ein vereistes und gefrorenes Spielfeld, das laut dem FCW ein Gesundheitsrisiko für Spieler und Schiedsrichter darstellt. Ein Nachholtermin ist noch offen. FCW-Trainer Patrick Rahmen kritisierte gegenüber Blue Sport die fehlende Rasenheizung und bezeichnete die Absage als «peinlich».


  • Neue Migros-Filiale eröffnet im April: In Winterthur-Mattenbach eröffnet an der Tösstalstrasse 139 eine neue Migros-Filiale. Wie die Migros mitteilt, soll der Supermarkt am 16. April den Betrieb aufnehmen. Mit der Neueröffnung entstehen laut Migros zehn neue Arbeitsplätze.


  • Restaurant Freieck in Winterthur-Seen soll Wohnungen weichen: Das Restaurant Freieck in Winterthur-Seen wurde Ende 2024 geschlossen und soll durch ein neues Apartmenthaus ersetzt werden. Wie der Landbote berichtet, steht hinter dem Millionenprojekt eine Winterthurer Firma mit Fussball-Nationalspieler Manuel Akanji als Verwaltungsratspräsident. Geplant seien 28 Ein- und Zweizimmerwohnungen mit Wohnflächen von 27 bis 60 Quadratmetern. Ein Baustart sei derzeit noch offen.


  • Einbruch in zwei Autos in Tiefgarage: In einer Tiefgarage in Oberwinterthur ist am Samstagabend in zwei Fahrzeuge eingebrochen worden. Wie die Stadtpolizei Winterthur mitteilt, meldete eine Anwohnerin den Einbruch. Die Ermittlungen laufen. Die Stadtpolizei empfiehlt, keine Wertgegenstände im Auto liegen zu lassen.

Rubrik: Wärmstens empfohlen

Konfetti, Kostüme, Kinderumzug

Die Winterthurer Fasnacht 2026 steht bereits im Kalender: Gefeiert wird vom 20. bis 23. Februar 2026. Wer dabei sein will, sollte sich das Wochenende frühzeitig vormerken – besonders für Umzug und Guggenmusik-Programm in der Innenstadt.

Wer einen guten Platz am Umzug will, kommt am besten frühzeitig in die Innenstadt. Für Familien lohnt sich besonders der Kinderumzug am Montag und am Abend sorgt das Böögg-Verbrennen für einen stimmungsvollen Abschluss.

Rubrik: Winti weiss

Die Geschichte der Winterthurer Fasnacht

Die Winterthurer Fasnacht blickt auf eine lange Geschichte zurück: Bereits im 15. und 16. Jahrhundert galt die Stadt als «Fasnachtshochburg», mit grossen Umzügen und Gästen aus Städten wie Konstanz, Schaffhausen oder Rapperswil. Mit den reformatorischen Sittenmandaten wurde das fasnächtliche Treiben 1672 verboten, ganz verschwunden ist es aber nie. Im 18. Jahrhundert gab es zwar wieder Umzüge, doch vieles blieb weniger organisiert.

Eine neue, strukturierte Fasnacht entstand ab 1928: 1929 wurde ein erstes Fasnachtskomitee gegründet, das jedoch in den 1930er-Jahren wieder zerfiel. Dauerhaften Halt bekam die Winterthurer Fasnacht erst mit der Gründung der Fasnachts-Gesellschaft Winterthur am 11. Januar 1939. Heute zählt die Gesellschaft rund 350 Mitglieder, der Vorstand bildet das Fasnachtskomitee FAKOWI.

Die Winterthurer Fasnacht in den 1950er-Jahren. (Bild: winbib, Hermann Guhl)

Seit 2007 verleiht Winterthur den Fasnachtsorden «Eularius Lapidarius» an Personen, die sich besonders um die Stadt verdient gemacht haben. Seit 2012 wird der Orden an der Eröffnung der Winti-Mäss im November verliehen.

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Wir starten in die vierte Woche des Jahres und neben der Fasnacht rücken auch die Wahlen in unserer Stadt immer näher!

Damit du nicht erst fünf Minuten vor dem Urnengang merkst, dass du eigentlich keine Ahnung hast, worum es geht, liefern wir dir auch in den nächsten Wochen weiterhin genug Input, damit du parat bist.


Herzlichst
Marit

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